Blue Etch (Titanlegierung)

Blue Etch (blaues Ätzmittel) ist ein Anodisationsverfahren, bei dem der Prüfling in ein Trinatriumphosphat-Bad getaucht und anschließend einer kontrollierten Ätzung unterzogen wird, bei der die in dieser Anodisationsphase gebildete Oxidschicht abgetragen wird.


Anwendungsbereiche

Ziel des Verfahrens ist die Hervorhebung der Struktur und die Erkennung an der Oberfläche sichtbarer Hinweise, insbesondere:

  • Chemische Absonderungen, α, β, Silizide
  • Einschlüsse
  • Poröse Stellen
  • Risse, Schmiedefalten, Falten
  • Überhitzte und kaltgeschweißte Bereiche
  • Einlagerungen, Einschlüsse
  • Gefügeungleichmäßigkeiten
  • Abscherungen, Ablösungen
  • Verunreinigte Bereiche mit α-case-Schichten, Oxidhaut
  • Kaltverformung
  • Stellenweise Überhitzung durch Polieren oder Verbrennung bei spanender Bearbeitung
  • Abrupte Änderung der Faserung, Korngröße, nicht rekristallisierte Körner
  • Und alle sonstigen durch dieses Prüfverfahren erkennbaren Fehler (Fehler durch Handhabung und Bearbeitung)

Diese Vorgabe gilt für alle Werkstücke aus Titan und Titanlegierungen auf allen Bearbeitungsebenen sowie für unbearbeitete Schmiedeteile, wenn der Kunde eine Blue-Etch-Prüfung wünscht.

Ergänzt werden kann die Vorgabe durch besondere werkstückspezifische Prüfanweisungen im Prüfplan in Absprache mit dem Kunden.

Normen und Referenzsysteme

Spezifikationen DMC 0326 /AMS 2642 (SAFRAN), P3TF25 S12 (GE Aviation), EIM Code 3 (Pratt & Whitney)

Betroffene Bereiche: Luftfahrt, Medizintechnik, Energie...

Auswirkungen auf die Umwelt

Dieses Verfahren fällt nicht unter die Bestimmungen der Richtlinien ELV, RoHS oder REACH.